Bildschirmfoto_2019-10-24_um_09.26.58 Kleider machen Karriere

Kleider machen Karriere

Im Bewerbungsgespräch zählt der erste Eindruck, inhaltlich wie optisch. Die Vorstellungen vom optimalen Auftreten unterscheiden sich mitunter in verschiedenen Branchen – ein Überblick.

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck“, heißt ein bekanntes Sprichwort, das wohl nirgendwo besser zutrifft als auf ein Bewerbungsgespräch. Wer die erste Hürde des Bewerbungsprozesses geschafft hat und zu einem persönlichen Kennenlernen eingeladen wird, sollte einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Ein gepflegtes Äußeres versteht sich von selbst. Doch was ist die richtige Wahl, wenn es um die Kleidung geht? Anzug und Kostüm sind nicht immer das Maß aller Dinge. Vielmehr sollte das Erscheinungsbild den persönlichen Charakter und den künftigen Arbeitsbereich widerspiegeln. Welches Outfit das richtige ist, ist branchenabhängig.

BRANCHE – WIRTSCHAFT, BANKEN UND FINANZEN

Anzug und Krawatte respektive das traditionelle Kostüm sind auch in der Banken- und Finanzenbranche nicht mehr Voraussetzung beim Bewerbungsgespräch, verrät Sigrid Moser, Personalabteilung der Hypo Tirol: „Es geht uns vielmehr um ein gepflegtes ordentliches Auftreten, das ist auch mit dunklen Jeans und Sakko, Blazer oder einem schönen Kleid möglich.“ Viele Bewerber würden naturgemäß den Anzug wählen, besonders in Vertriebspositionen oder der Führungsetage. Neben dem äußeren Erscheinungsbild werde besonders auf Manieren geachtet: „Ein guter Händedruck und Blickkontakt sind ein Muss“, so Moser.

BRANCHE – KREATIVE DIENSTLEISTUNG

In kreativen Branchen darf das Outfit auch die Persönlichkeit und den eigenen Stil zeigen, erzählt Birgit Happ, Inhaberin des Friseursalons Happ Team in Hall in Tirol: „Ein modischer Beruf verlangt auch nach entsprechendem Auftreten.“ Von Bewerbern wird also Sinn für Styling und persönlichen Stil verlangt. Selbstverständlich sind eine gutsitzende Frisur sowie ein typgerechtes Make-up. „Inakzeptabel sind in unserer Branche natürlich ungepflegte Haare und fehlende Manieren“, so Happ.

BRANCHE – IT UND INFORMATIK

„Ein Bewerber sollte sich nicht verkleiden oder over the top anziehen für das Gespräch“, sagt Markus Reitshammer, Gründer des IT-Unternehmens Re-Systems. Die IT-Branche verlange nicht nach traditionell-klassischem Anzug, denn so würde man schließlich später auch nicht zur Arbeit kommen. „Natürlich sollte man sich Mühe geben und in ordentlicher, schöner Kleidung zum Kennenlernen kommen. Das zeugt von Respekt“, so Reitshammer. Konkret heißt das für ihn: Chinohosen oder dunkle Jeans mit Hemd oder Bluse. Sakko oder Blazer sind kein Muss. Weniger angebracht findet der IT-Experte dagegen legere Kapuzenpullover, T-Shirts, kurze Hosen oder gar Flipflops. Wichtig: „Brillenträger sollten auf saubere Gläser achten – als Gegenüber ist es unangenehm, in verschmierte, dreckige Gläser zu schauen“, rät Reitshammer.

BRANCHE – TECHNIK

„In einem Engineering-Betrieb trägt man für gewöhnlich keinen Anzug. Es wäre also etwas eigenartig, wenn ein Bewerber in Anzug oder Kostüm zum Gespräch kommt“, sagt Wolfgang Zelle, Leiter der Abteilung Human Resources bei VTU Engineering. In technischen Betrieben komme selbst das obere Management mit Jeans und Hemd ins Büro, ähnliches erwarte man daher auch bei einem Vorstellungsgespräch. Sinnvoll sei es, vor dem Gespräch nach dem Dresscode im Unternehmen zu fragen, so Zelle: „Damit zeigt man gute Vorbereitung und es gibt keine Überraschungen beim Termin.“

Quelle: top-arbeitgeber 02/2019

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